Anna aus Klagenfurt (A)

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Kindergartenpädagogin

Mit sieben Jahren kam das Spiel durch Schulschach, wie ein Paukenschlag, in mein Leben.

Anna aus Klagenfurt

Ich wurde ins kalte Wasser geworfen. Kaum gelernt wie die Figuren ziehen, stand schon ein Schülercup in Slowenien an! Ich war extra nervös, denn ich saß, wie ich glaubte, noch dazu am Brett eins, also an dem Brett wo die stärksten Spieler*innen spielen.

Dabei war es in Wahrheit das letzte Brett. Gleichwohl war ich zehn Minuten später tot. Meine erste große Niederlage. Im Anschluß daran, gab es vom Lehrer wertvolle Tipps: „Anna, spiele langsam, überlege jeden Zug gut.“ Heute verliere ich immer auf Zeit.

Ein paar mal traf ich auf Markus Ragger, der als Kind schon unfassbar gut war. Wenn er schon mit mir spielte, dann blind und mit minimaler Aufmerksamkeit. Schummeln hat er trotzdem immer mitgekriegt: „Das war ein weißfeldriger Läufer, der kann nicht auf b4 fahren.“ Das fand ich ziemlich spannend.

Nach einigen Jahren Schachpause blickte ich aus dem Bus ins Geschäfft „Schach und Spiele“, sah all die schönen Figuren und wollte sofort wieder spielen. Schach hatte mir gefehlt. Ich liebe das Kämpfen, die Spannung und die Konzentration – beim Spielen vergesse ich alles andere.

Fußnote:
Über das Geschäfft „Schach und Spiele“ vom Herrn Ehn hat Anna Karoline kennengelernt, was der Anfang des beliebten monatlichen „Frau Schach im Kaffeehaus“ wurde …

Werner aus Wien (A)

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Autor und Weltenbummler

1989 wanderte ich, mit Rucksack und Zelt, im isländischen Hochland über rauchende Erde.

Werner aus Wien

Am Tag vor dem Heimflug kam ich in Reykjavik, eher zufällig, zu dem Kulturhaus in dem 1972 Bobby Fischer gegen Spasski die Schachweltmeisterschaft spielte. Die Geschichte von Bobby, der mit 15 Jahre der jüngste Großmeister war und von der New York Times als exzentrisches und cholerisches Genie bezeichnet wurde, faszinierte mich.

Zurück in Wien organisierten mein Kumpel Reinhold Walder und ich sofort ein Schachturnier. Die Teilnehmer fanden dabei soviel Spaß, dass wir uns gleich darauf entschlossen, einen Verein zu Gründen. Mein Jugendfreund Rudi Wolfmayer gab dem Schachclub den Namen und seine finanzielle Unterstützung.

Mir war es immer wichtig, dass in unserem etwas anderen Schachclub eine tolle Stimmung herrscht und sich jeder wohl fühlt. Unsere Feste wurden legendär.

Schach ist mit Sicherheit die schönste und spannendste Nebensache der Welt. Wenn es jemand noch spannender haben will, muss er sich meinen letzten Roman kaufen. Ruft mich dazu einfach an: +43 664 3078437


Kurs Süd – West – Eine etwas andere Pilgerreise
Im seinem Buch trifft er auf eine junge Frau, die sich als transsexuell outet und wie er auf der Suche nach sich selbst ist. Die beiden machen sich gemeinsam auf die Reise.

Martin aus Wien (A)

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Projektentwickler

In der Schule hat mir nichts gut gefallen und zu Hause erst recht nicht.

Martin aus Wien

Als mein Vater mit mir Schach spielte, kam es vor, dass es mich auf einmal langweilte und ich darauf hin das Brett mit zwei Händen gegriffen und umgeworfen habe.

… Ja eh, vielleicht hat es den anderen mit mir nicht gut gefallen, ich vermute ich war ein anstrengender Bursche … Einige klare Grenzen hätten mir gut getan.

Später lernte ich, eleganter auf Situationen zu reagieren.

In meinen Kinderaugen war ganz Wien nicht besonders lebenswert. Am Land gefiel es mir viel besser, bei der Oma und so.

Meine Wiener Welt änderte sich in dem Moment, in dem ich in der Schulbank einen indonesischen Buben, Eko, als Nachbarn bekam. Es waren indonesiens heißeste wirtschaftswachstums Zeiten, vorallem wegen des Gas und Öl Exports, sein Vater hatte deshalb einen Job in Wien.

Eko und ich wurden schnell Freunde. Nach der Schule habe ich jede Menge Zeit bei ihm zu Hause verbracht und unter Anderem Schach gespielt. Ich wurde wie ein eigenes Kind aufgenommen. Durch diese herzliche Gastfreundschaft war es für mich ein echtes Daheim.