Kasim aus Kabul (AFG)

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Pädagoge

Verallgemeinert gesagt, sind wir Afghanen scheinheilig spaßbefreit.

Kasim aus Kabul

Gibt es ein Fest, zum Beispiel eine Hochzeit, ist der DJ richtig zu bemitleiden. Er geht persönlich von Partygast zu Partygast um diese vergebens zum Tanzen zu motivieren. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit, nur mit den besten Freunden, geht allerdings gerne die Post ab.

Sowie ich jetzt jugendliche Flüchtlinge begleite, um eine schnellere Integration voranzutreiben, war Klaus vor 19 Jahren für mich da, um das Gleiche zu tun. Da er leidenschaftlicher Schachspieler ist, war das Spiel von Anfang an mit von der Partie.

Im ersten Moment klingt Schach langweilig. Aber ich merkte bald, wie vielschichtig und faszinierend es ist. Statt wie am Anfang einfach nur gewinnen zu wollen, wie halt bei jeden anderen Spiel auch, ging es mir bald um ganz andere Sachen: Strategie, wie kann ich mich am besten konzentrieren, wie bringe ich mein Gegner ins Schwitzen?

Klaus und ich fuhren regelmäßig zum Schach spielen nach Mödling, wo der örtliche Schachklub im „Mautwirtshaus“ an der hübschen Fußgängerzone, angesiedelt ist. Der Klub überschneidet sich mit dem Schachklub Hörndlwald in Wien, wo Klaus Mitglied ist. Diese Schachtouren gehören zu meinen schönsten Erinnerungen!

Martin aus Wien (A)

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Jurist & Schachimedes

Schach ist so spannend – spielen wir Schach, nicht Elo!

Martin aus Wien

Wer 1200 Elo hat, möchte 1400. Wer 1900 Elo hat, hat nur die 2000er-Hürde im Kopf. Wer 2400 Elo hat, tut alles für den GM-Titel. Wer 2750 Elo hat, möchte Weltmeister werden.

Wer ist je zufrieden? Oft sage ich den Hobbyspielern: „Ihr habt das Beste am Schach! Euch macht es am meisten Spaß! Ihr seid am glücklichsten damit, bewahrt euch das!“ Denn je stärker man wird, desto stressiger, gewichtiger, verzehrender wird das Schach – wenngleich auch inhaltsreicher.

Was mag wohl jener dazu sagen, der auf der höchsten Stufe steht. Der Weltmeister persönlich? Aus dem Zeit Online Interview mit Magnus Carlsen:

Zeit Online: „Sind Sie in der Lage, mal ein paar Tage frei zu nehmen – ohne Schach zu spielen, Partien anzusehen, Stellungen zu analysieren?“

Carlsen: „Ja, aber nicht sehr oft. Ich treibe gerne Sport, hänge mit Freunden ab und solche Sachen, aber Schach lauert fast immer hinten im Kopf irgendwo.“

Zeit Online: „Was war Ihr glücklichster Moment im Schach?“

Carlsen: „Als ich die norwegische Meisterschaft für Kinder unter zehn gewonnen habe. Das Gefühl werde ich nie vergessen.“

Zum Thema Hochleistungsschach gibt es auch einen Essay vom Erfolgsautor Thomas Glavinic, ebenso veröffentlicht in der Zeit Online: „Schach ist gefährlich!“

Glavinic: „In kaum einem Sport kann man so verloren gehen wie im Schach. Es ist wunderschön und wild. Und man fängt an, zwischen den Figuren zu leben, zu denken.“

Das all jenen zum Trost und zum Nachdenken, die damit hadern, nicht „besser“ zu sein.

www.schachimedes.at Sehr geistreich: Schachimedes‘ Tagebuch der Kuriositäten! Sehr empfehlenswert für Hobbyspieler*innen: Schachimedes‘ unterhaltsame Schachseminare.