Josef aus Wolfsbach (A)

Veröffentlicht am

Qualitätssicherer (Ing)

„Ich gib niemanden die Schuld für mei potschertes Leb’n.

Das Julius Raab Internat war kein Honiglecken und wenn du rauskommst hast du keinen Tau vom Leben, von Frauen, von Maß halten. Immerhin gab es Schach als Freifach.

In Schach kannst du das ganze Leben hineinintepretieren, wobei es sich im Spiel besser austoben lässt. Beim Spielen kenne ich keine Gnade, stelle arglistige Fallen und schmiede boshafte Pläne. Wenn du das im echten Leben machst bist du entweder ein Anwalt oder ein Arschloch.

Ich war bis vor Kurzem eineinhalb Jahre abstinent und konnte mal wieder feststellen, dass ich nüchtern am Besten spiele. Jetzt spiel ich am Besten wenn ich meinen Pegel habe. Ohne gewisse Promille spielt es sich eher schlecht, mit zuviel Alkohol im Blut wird die Qualität des Spiels desaströs.

Ich bewundere Michail Tal. Er verstand es, komische Züge zu finden, zB. wie aus dem Nichts unter Materialopfer einen Angriff zu starten und damit zu gewinnen. Außerdem war er persönlich umgänglich, unkonventionell und bevorzugte einen exzessiven Lebenswandel. Genau so wie ich.

| Wiki Michail Tal