Karin aus Heiden (D)

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Schach-C-Trainerin, Gastronomin

Als Kind in Heiden litten wir nicht unter der Qual der Wahl was Freitzeitgestaltung betraff.

Karin. Leistungs-Schach-C-Trainerin, Gastronomin und immer offen für neue Ideen. In ihrem Schach Stübchen Zugzwang.

Der Fußballverein war nur für Buben und Leichtathletik ist wahrlich nicht mein Ding. Also ging ich in den Schachverein. So fing eine Liebe an, die bis heute anhält.

Schach spielen und Schachkurse finden am besten dort statt, wo Leute sind, wo es gesehen wird und einfach zugänglich ist. In Borken gibt es im Stadtzentrum das Phänomen Leerstand, welches auch in vielen anderen, ähnlich großen, Städten vorkommt.

Ich bin mit meiner Idee, ein Geschäftslokal in der Fußgängerzone zum Schach/Denksport-Treff für alle zu verwandeln, zur Stadt gegangen und habe eine ordentliche Mietreduktion für die ersten 2 Jahre zugesagt bekommen.

Die Eröffnungsfeier Ende Juli 2021 dauerte ein ganzes Wochenende, war sehr gut besucht und hatte Sektempfang, Kurs-Schnupperstunden, Simultan und schließlich freies Spiel bis in den frühen Morgen im Programm.

Während den Öffnungszeiten schneien die Menschen herein und setzen sich meist mal alleine an einen freien Tisch. Dann sage ich: „Magst Du Dich nicht dort dazusetzen, dann könnt ihr gleich eine Partie spielen!“

Karins Schach-Stübchen-Zugzwang finanziert sich durch:

  • Schachkurse
  • Gastronomie – Kaffee, Kuchen, kalte Getränke, Snacks
  • Vermietung für Kindergeburtstage oder andere Feiern
  • Verkauf von Niggemann Schachzubehör

Sonia (RO/A)

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Sozialwissenschaftlerin

Schach hat eine besondere Ästhetik für mich — das Brett, die Figuren, die Arten zu ziehen. Schach ist nicht nur genial, sondern auch elegant.

Sonia am Platz der Menschenrechte in Wien, geboren in Târgu Secuiesc (RO)

Mit meinem Vater spiele ich Schach seitdem ich acht war, doch lange Zeit nur sporadisch. Er war Turnierspieler und gab mir als Kind seine Dame vor, sodass ich Chancen und er Spaß hatte. Wir spielen nun regelmäßig und oft am Telefon, wenn wir uns nicht treffen können. Denn online spielen möchte ich nicht.

Durch die Netflix-Serie „The Queen’s Gambit“ und die vielen freien Abende im letzten Jahr, habe ich angefangen mich tiefer mit Schach auseinanderzusetzen. Ich lese Schachbücher, übe Eröffnungen und nehme Unterricht bei Michael Ehn. Dadurch sind sehr viele neue Ebenen der Komplexität und Faszination hinzugekommen. Für mich hat Schach nicht nur eine Affinität zur Mathematik, sondern jedes Spiel ist auch ein psychologisches, politisches und soziales Drama.

Meine Freitagabende verbringe ich momentan am liebsten bei meinem ersten richtigen Schach-Event: Der Schach Jour Fixe am Platz der Menschenrechte. Gleich am ersten Abend habe ich von 17h bis 24h durchgespielt. Ich wusste gar nicht, dass ich solange spielen kann… es war wie ein Endorphinrausch! Am Brett Spannung pur — Ich liebe es!

An der Cornell University in Upstate New York, wo ich nun einige Jahre an meinem Doktorat arbeiten werde, schaue ich mich gleich nach einer feinen Schachcommunity um.

Sebastian aus Eisenstadt (A)

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Sommelier & conversationalist

Schach ist ein ehrenwerter Sport. Schon als Junge war mir klar, dass ich es zumindest ein bisschen können möchte. Wenn wo ein Schachbrett steht, möchte ich es bespielen.

Sebastian in seiner Enoteca Piemontissimo

Schach ist in seinen vielen Teilaspekten sehr unterhaltsam. Nicht zuletzt durch die modernen Zeiten in denen wir leben. Du kannst online gegen Menschen aus aller Welt spielen oder GM Daniel Naroditsky beim Blitzen zusehen und – ebenso imposant wie lehrreich – den laut ausgesprochenen Gedanken des Großmeisters lauschen!

Das Studium der Theorie verbessert natürlich die Spielstärke, aber ich glaube es ist besonders wichtig, eigene Erfahrungen zu machen. Ärger bei Fehlern oder Freude bei gelungenen Plänen gehört dazu.
Bei Weinverkostungen kann ich aufzählen, welche Noten oder Prisen der Wein offenbart. Nur: Was verbindest du mit dem Geschmackserlebnis? Ich kann dir deine Erfahrung nicht abnehmen, die musst du dann schon selbst machen. Daher frage ich dich lieber ein oder zwei Eigenschaften die dir selbst auffallen zu merken. Bei der Blindverkostung danach erkennst du den Wein leichter, weil du etwas Eigenes mit ihm verbindest.

Jeder Mensch ist anders, das macht uns wieder gleich. Schach auf Hobbyniveau zeigt vor, dass es egalitär geht. Wer du bist, ist dem Schachspiel einerlei.

Enoteca Piemontissimo, Museumstraße 4, 1010 Wien

Sara (SRB/A)

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Schülerin

Wenn mich der Gegner lässt, spiele ich am liebsten eine Schottische Partie.

Sara im Donaupark

Sie entwickelt sich meist aus dem Königsspringerspiel und opfert einen Bauer, um die Stellung zu öffnen. Ich bevorzuge offene Stellungen, weil die mehr Luft zum Entwickeln bieten.

Apropos offen: Wenn ich gefragt werde, was denn so schön an Schach sei, dann sage ich: „Pass auf, Schach ist Hobby, Faszination und Taktik. Es geht um spannende Kombinationen und um Angriff.

Aber, das Beste ist, dass Du Dich mit so vielen verschiedenen Menschen umgibst.“ Ich lerne durch Schach dauernd Leute kennen und schließe viele Freundschaften. Schach öffnet Welten.

Natürlich ist es einfacher, wenn wir nicht mehr auf das trockene Online-Schach reduziert sind, sondern „echtes“ Schach spielen können. Es macht sehr viel Freude zu sehen, dass das wieder wird! Es wird Frühling, Gaststätten sperren wieder auf und schau, wir sitzen da und spielen face-to-face!

Demnächst kann ich wieder an meiner ELO-Zahl arbeiten, eines Tages 1800 zu erreichen ist mein Ziel. Und sonst? Begegnungen und Erlebnisse sammeln. Die Fülle, Freude und Faszination des Schachspiels genießen.

Jan aus Pilsen (CZ)

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Augustinverkäufer und Entertainer

Zuerst habe ich versucht, 5 Euro pro Schachpartie zu verlangen. Jetzt sage ich: „Bitte kaufe eine Augustin-Zeitung und Du kannst ein Schachspiel mit mir spielen!“

Jan auf der Mariahilfer Straße, bei der Arbeit

Zu Beginn einer Partie notiere ich mir mit welcher Farbe und gegen wen ich spiele. Also ob Mann oder Frau und woher er oder sie kommt. Zum Beispiel Österreich, Spanien, Niederlande oder Mars. Viele sind von Mars.

Ich schreibe auch auf, wie viele Einwohner die Staaten haben und vergleiche das mit der Anzahl der Bands, die es in diesen Ländern gibt. Ja, ich schreibe mir einiges auf. Am Ende notiere ich, wie die Partie ausgegangen ist.

Reserve-Schachfiguren habe ich nicht. Ich habe genau ein Set und passe gut darauf auf. Wenn eine Figur davonrollt, laufe ich schnell hinterher. Der schwarze Bauer war gerade im Spital, hahaha, siehst Du? Sein Hals war gebrochen und wurde mit Gafferband geheilt.

Ich spiele am liebsten ohne Uhr und bis zum Schluss – auch wenn ich nicht viel bis gar keine Chance habe. Ich weiß, dass es sich auszahlt, hartnäckig zu sein. Manche Freundin hätte ich sicher nicht gehabt, wenn ich gleich aufgegeben hätte, hahaha…

Willst Du eine Partie Schach mit mir spielen? Dann kaufe bitte einen Augustin. Willst Du nur zuschauen? Dann bitte 50 Euro Cent da reinschmeißen. Unterhaltung kostet immer Geld!