Franz aus Wien (A)

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Elektriker & Sozialarbeiter

Mit einem Freund spiele ich seit 20 Jahren nahezu jeden Montag Schach, will sagen, zwischen den Diskussionen wird Schach gespielt.

Franz aus Wien (A)

Er spielt eine Spur schlechter als ich. Wenn er einen wunderlichen Zug macht, merkt er das dennoch sofort und möchte über das Zurücknehmen verhandeln. Er erklärt dann, warum es für Spannung und Spielverlauf besser ist, wenn er sich den Zug noch einmal überlegt.

Dabei ist mir das sowieso immer recht. Ich spiele der Freude wegen. Wenn ich mit jemanden in meiner Spielstärke spiele, begebe ich mich regelrecht auf Entdeckungsreise. Unglaublich, wie vielfältig sich das Spiel entwickeln kann.

Das erste Rund-um-die-Uhr Sozialarbeitsangebot entstand in Wien am Westbahnhof. Es gab für Obdachlose die Möglichkeit sich im Warmen auszuruhen, Kaffee, Austausch und Notquartiere.

Eines der Probleme, das ich oft sah, war Beschäftigungslosigkeit.

Der Möbeltransport, den ich mit ihnen startete, erledigte bald soviele Räumungen, dass wir ein Lager dazu mieteten. Nicht viel später führten wir zusätzlich Sanierungen und andere Bautätigkeiten durch. Ich freue mich sehr, dass die ARGE Wien nach sovielen Jahren und trotz großen Widerständen immer noch gedeiht!

Schach ist auch eine sehr schöne Beschäftigung: Du bündelst all deine Energien auf eine Sache. Du nimmst dir Zeit, schaltest alles andere aus, konzentrierst dich nur auf das Spiel. Und dann zeigst du was du kannst.

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Eine Parodie auf die Schach-Kolumne von Ruf & Ehn, geschrieben von Franz, über ihn und seinen debattierfreudigen Freund: „Chaos ohne Theorie – Die Budweiser Eröffnung als Spielvariante oder Irritation: Tauber gegen Sedlak“ (PDF)