Jan aus Pilsen (CZ)

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Augustinverkäufer und Entertainer

Zuerst habe ich versucht, 5 Euro pro Schachpartie zu verlangen. Jetzt sage ich: „Bitte kaufe eine Augustin-Zeitung und Du kannst ein Schachspiel mit mir spielen!“

Jan auf der Mariahilfer Straße, bei der Arbeit

Zu Beginn einer Partie notiere ich mir mit welcher Farbe und gegen wen ich spiele. Also ob Mann oder Frau und woher er oder sie kommt. Zum Beispiel Österreich, Spanien, Niederlande oder Mars. Viele sind von Mars.

Ich schreibe auch auf, wie viele Einwohner die Staaten haben und vergleiche das mit der Anzahl der Bands, die es in diesen Ländern gibt. Ja, ich schreibe mir einiges auf. Am Ende notiere ich, wie die Partie ausgegangen ist.

Reserve-Schachfiguren habe ich nicht. Ich habe genau ein Set und passe gut darauf auf. Wenn eine Figur davonrollt, laufe ich schnell hinterher. Der schwarze Bauer war gerade im Spital, hahaha, siehst Du? Seine Hals war gebrochen und wurde mit Gafferband geheilt.

Ich spiele am liebsten ohne Uhr und bis zum Schluss – auch wenn ich nicht viel bis gar keine Chance habe. Ich weiß, dass es sich auszahlt, hartnäckig zu sein. Manche Freundin hätte ich sicher nicht gehabt, wenn ich gleich aufgegeben hätte, hahaha…

Willst Du eine Partie Schach mit mir spielen? Dann kaufe bitte einen Augustin. Willst Du nur zuschauen? Dann bitte 50 Euro Cent da reinschmeißen. Unterhaltung kostet immer Geld!